Die Shanties auf der Sail 2000 in Amsterdam  vom 24. 08. bis 27. 08. 2000

Donnerstag, 24. 09. 2000: 

Wir treffen uns bei Helmut, die Wohnmobile werden startklar gemacht, Start ca. 16.00 Uhr. Harry, Eisi und Jochen sind schon weg, Norbert und Andreas auch. Susi, Helmut, Christa und Moses (Anja) zügeln nach. Damit es auf der Fahrt nicht so langweilig wurde, bauten Susi und Moses mal gerade Helmut’s Wohnmobil um. Den Tisch weg, die Akkordeons raus und ab ging die Post. Nachdem wir mit Helmut jede Menge Vorspiele  ( hi hi hi ) geübt hatten, kamen wir in Amsterdam abends um ca. 20.30 Uhr an. Wir wollten auf den Campingplatz, wo Herbi, Ulla und Winni schon auf uns warteten. Die hatten schon Fahrbier genossen, und wir Ärmsten nur Alster. Naja, dann in Amsterdam den Campingplatz zu finden, war nicht so einfach, beim ersten Mal dran vorbei, aber danach gefunden. Die Einfahrt war sehr interessant, lang und eng, (hi hi hi) zum Wenden kaum eine Chance fürs Wohnmobil. Dann hatten wir noch das Glück, dass alles belegt war, Herbi und Ulla versuchten zwar Plätze frei zu halten und hatten für sich für eine Nacht bezahlt, aber es klappte nicht. So parkten wir auf einem Parkplatz wild. Naja, die Gegend sah nicht gerade einladend aus, Baustellen, Schrotthaufen, Fabriken aber ne’ tolle Wiese mit Hügeln und hochgewachsenem Gras, der Blick ins Grüne. Als alle die Wohnmobile geparkt hatten, ging es hinein ins wilde, wilde Getümmel, zur Sail 2000 in Amsterdam! Hurra, wir kommen, sensationell, wie viele Schiffe da auf der Amstel rumfuhren, überall Lichterketten, Menschen die da rumliefen, echt toll. Ein Feuerwerk, da war Arolsen und Wolfhagen gar nichts gegen. Bei Bier und Backfisch genossen alle das Spektakel. Später ging es zu den Autos zurück, Fahrbier und Wein wurde ausgeschenkt, und es war noch ein gemütlicher Abend. Zur Entlastung der Wohnmobile musste noch die Einteilung von Damen- und Herrenseite auf der schönen großen Wiese vorgenommen werden. Die Damen rechts, die Herren links, danach konnte jeder ruhig schlafen. 

Freitag, 25.08.2000

Alle wurden wach, als ein LKW-Fahrer so richtig schön, kräftig auf die Hupe drückte vor unseren Wohnmobilen, dieser Klang war herrlich. Nachdem alle Shantie’s  auferstanden waren, wurde die Meute beim Frühstück gesättigt. Tische und Stühle wurden ausgeklappt und es ging ran an die Bouletten. Die Crew von Wohnmobil Nr. 1, Harry, Eisi und Jochen, hatten immer schönen frisch gebrühten Kaffee. Die Crew von Wohnmobil Nr. 2, Helmut, Christa, Susi, Winni und Moses  (Anja) sorgte für die musikalische Unterhaltung. Winni passte von der Länge her gerade so in den Alkoven, die Luke an der Seite konnte geschlossen bleiben. Klein Anja, der Leichtmatrose ( hi hi hi )  passte sehr gut in die „Schublade“ oben, somit war alles perfekt. Die Crew von Wohnmobil Nr. 3 bestand aus Andreas, Norbert und später Sigi, der bis 14.30 Uhr noch mit einem Affenzahn angesaust kam, pünktlich zum Auftritt bei der Sail 2000. Die Crew von Wohnmobil Nr. 4 bestand aus Herbi und Ulla. Nach dem Frühstück wollten Helmut und Jochen die Gegend erkunden, so joggten sie los, waren auch ne’ ganze Weile unterwegs. Susi und der Leichtmatrose waren schon ganz kribbelig in den Fingern wegen dem bevorstehenden Auftritt. Alle Shantie’s die anwesend waren, mussten noch mal das Programm durchsingen und so machten wir ordentlich Krach auf der Straße, 9 Shantymen und zwei Akkordeons,  sogar ein Japaner blieb stehen und filmte alles mit.  Die Bauarbeiter standen daneben und hörten uns zu. Ach, Helmut und Jochen kehrten  auch mal zurück, Jochen schwerstverletzt am Knie, weil Helmut ihm ein Bein gestellt hatte beim joggen. Die Zeit flog so dahin und wir waren gespannt, wer von unseren Shantie’s noch nach Amsterdam kommen wollte. Es war keine Zeit mehr zu warten, also gingen wir schon mal los, um die Bühne zu suchen, wo wir singen sollten.

Die Organisation war chaotisch. Mit der Fähre mussten wir erst mal auf die andere Seite vom Hafen, wo unsere Bühne sein sollte. So ein paar Kilometer mussten wir schon schruppen, um ans Ziel zu kommen. Nachdem wir zweimal an der Bühne vorbei gerannt waren, kamen wir an und trafen unseren Shantyman Sigi, hurra. Auch wenn das Publikum wenig und klein war, war es ein schöner Auftritt. Alle machten mit und es war lustig. Der nächste Termin winkte schon wieder und wir mussten uns ganz schön beeilen um zur nächsten  Bühne zu kommen. Nicht geplant , aber super, war der Auftritt auf dem Beck’s Bier Schiff. Die nächste Bühne war von einem anderen Shanty-Chor belegt, aber das war nicht schlimm, wir stellten uns einfach dazu und sangen mit, war auch nicht schlecht. Da die Kehlen trocken waren, brauchten alle ein Fahrbier. Ein anderer Shantie-Chor war auch noch da, die Akkordeonspieler wollten mit Moses zusammenspielen, auch wenn es etwas schief klang. Vor allem das Akkordeon von der netten Dame, die Sigi und Christa von rechts genau ins Ohr dudelte in den höchsten, schiefsten Tönen, es war echt lustig. Weiter ging es zur Bühne „Charly“, der krönende Abschluß des Tages. Mit einem Schiffstaxi, bestehend aus zwei zusammen gebundenen Schlauchbooten, ging es über die Amstel. Eine feucht-fröhliche Angelegenheit! Das Wasser spritzte in alle Ecken, fast jeder bekam ne’ Ladung ab,  Moses hatte den besten Platz, ganz vorne auf den Bierkästen und mit Akkordeonklängen ging es rüber zur Bühne „Charly“. Wer keinen nassen Hintern bekommen hatte, hatte etwas falsch gemacht auf dieser Sea-Tour!!  An der Bühne angekommen, wussten die Holländer von nichts, von unserem Auftritt und so, aber wir spielten doch noch und es war sehr schön. Der Heimweg wurde sehr beschwerlich, schließlich war in dunkler Nacht eine kleine Hafenwanderung angesagt mit einer Überraschung. Als wir am Parkplatz ankamen, stellten wir fest, dass zwei Wohnmobile aufgebrochen waren. Einige Dinge sind mitgegangen und ganz schöne Schäden waren an den Wohnmobilen entstanden. Alle waren geschockt, aber den Abend ließen wir uns deshalb nicht versauen. Damit wir schlafen konnten, tranken wir Rotwein. 

Samstag, 26.08.2000

Nachdem alle den Schreck halbwegs verdaut hatten, war die Stimmung auch besser und es ging zum Hafen auf die Sail. Da wir keinen offiziellen Auftritt mehr hatten, brauchten wir auch nicht mehr die Akkordeons, damit die nicht auch noch geklaut wurden,  schloß Winni sie bei sich im Pkw ein. Der Leichtmatrose war schon genug beklaut worden, und dann noch das Akkordeon, nicht auszudenken. Heute wollten wir mal eine Grachtenfahrt miterleben in Amsterdam City. Auf dem Weg zur Fähre trafen wir die „Hanging Jonnie’s“ aus Plymouth in England, die hatten es eilig, so dass wir uns am Abend treffen wollten. In Amsterdam City war fast genauso ein Getümmel wie im Hafen, der Kapitän unseres Bootes fuhr uns durch die Grachten, tolle Häuser konnte man sehen, war schon interessant. Dann  fuhren wir auf die Amstel raus, mitten ins Getümmel, wo hunderte von Schiffen in allen Variationen rum segelten, es war einfach toll und wir mittendrin, das war ein Erlebnis, super, hammerharte. Danach legten wir an und bummelten noch durch die Stadt, auch übern Flohmarkt, in der Hoffnung, daß der Leichtmatrose Moses sein Portemonaie entweder in Amsterdam’s Mülleimern oder auf dem Flohmarkt wiederkriegt,  natürlich ohne Geld und Papiere, aber das war leider nicht so. Nach dem Bummel brauchten alle Shantie’s erst mal was zwischen die Zähne, denn bummeln macht hungrig, außerdem hatten die „Hanging Jonnie’s“ auch noch ihren Auftritt, den wir unbedingt sehen wollten. Die Shanty-Girls beschlossen eine Riesenradrunde zu drehen, mit Blick auf das Amstel-Spektakel, es war traumhaft alles von oben noch mal zu sehen. Es wurde schon wieder Zeit auf die Fähre zu gehen, um sich im Biergarten niederzulassen, (Fahrbier-Time), außerdem warteten wir auf das Wiedersehen mit den „Hanging Jonnie’s“. Helmut und der Leichtmatrose gingen mal kurz zum Wohnmobil um die „Geigen“ zu holen, denn ohne Musik, unvorstellbar. Die Wohnmobile waren noch verriegelt, alle! Als wir zurückkamen, waren die „Hanging Jonnie’s“ schon da, und es ging richtig zur Sache, mal abwechselnd, mal zusammen wurde gesungen und gespielt. Es war toll, außer daß der Leichtmatrose nicht bis 4 zählen konnte beim „Drunken Sailor“ und mal wieder etwas Verwirrung stiftete (hi hi hi ). Aber es war echt toll, auch die Flasche Aquavit  hatte unseren Gästen aus England geschmeckt. Ruck Zuck war sie leer, und wir hatten jede Menge Publikum, das erfreut unseren Klängen lauschte. Um 22.00 Uhr mussten unsere  Freunde noch mal singen und verabschiedeten sich von uns, sie sagten, „ wir sehen Euch wieder im Jahr 2001 bei uns in England“, hurra!!! Es knallte am Himmel, denn das Feuerwerk ging schon wieder los. Der Leichtmatrose hatte auch einen Fan an der Angel, der „Wolldeckenmann“, der wollte unser ganzes Bier trinken und war so entzückt, dass er noch lange bei uns blieb. Ja, die Karavane zog weiter, singend, spielend und tanzend in Richtung Wohnmobile, es war ein Genuß (hammerharte) . Eine Schar von Menschen folgte uns hinterher, es war der Wahnsinn. Als wir an unseren Wohnmobilen ankamen, war die nächste Überraschung, Harry’s Wohnmobil war aufgebrochen und der Fernseher weg, bei Andreas hatten sie es probiert, aber nicht geschafft (hammerharte). Auch wenn der eine oder andere alles kurz und klein schlagen wollte, es brachte ja doch nichts, also holten wir uns ein Fahrbier und machten es uns gemütlich, so eine Schweinebande, das war schon ärgerlich, gleich zweimal zu zuschlagen. Jeder war irgendwo sauer, aber trotzdem mussten wir darüber lachen, wir dachten es wäre jetzt nichts mehr bei uns zu holen, denkste wohl! Den Abend verbrachten wir noch lustig und singend bis morgens um zwei auf dem Parkplatz, die letzten waren mal wieder Sigi, Herbi und der Leichtmatrose, Harry wollte schlafen und konnte nicht, weil Moses so’n Krach machte mit Helmut’s Akkordeon. Da sprang er plötzlich aus der Koje, kam zu uns und drückte das Akkordeon mit samt Moses zusammen, aber das Akkordeon schien fest gewachsen zu sein am Moses und Harry hatte keine Chance, ätsch. Also ging er wieder in die Koje und schlief trotzdem. Aber dann kam unser Webmaster aus seiner Koje, er suchte Licht, mh ?! Im Schlaf rannte er einmal im Wohnmobil hin und her, tapste im Schlafanzug zu uns auf den Parkplatz, guckte uns an, drehte eine Runde und ging wieder in die Koje. Die restlichen „Nachteulen“ guckten sich an, so ungefähr: was war das dann jetzt? Es war schön und lustig, Helmut’s Nachtwanderung zu beobachten. Irgendwann wurden auch die „Nachteulen“ mal müde. Restliche Flaschen mit Wein, voll/halbvoll und Dosen kamen in (leider nicht anwesend) Manfred’s Korb, mit Susi’s Messer, was schon zwei Ehen überstanden hatte, Norbert’s Karpatenbecher und eine leere Folie vom Käse, den Sigi, der Leichtmatrose und Winni vorher Gott sei Dank noch gegessen hatten. Den Korb stellten wir unter Andreas sein Wohnmobil, wir dachten, der Tag fängt ja gleich wieder an und legten uns aufs Ohr. Es war sensationell, um 4 Uhr wurde unser Winni von einem „Klacken“ geweckt, das war Norbert’s Karpatenbecher, der aufs Pflaster viel, da sah Winni nur noch einen „fliegenden Holländer“, der nun auch noch unseren Spirituosenkorb raubte. Na, toll. Nun hatten wir nichts mehr zu trinken und mußten heimfahren.

Sonntag, 27.08.2000

Ca. 7.00 Uhr, Moses hatte ausgeschlafen und weckt die Crew an Bord von Wohnmobil Nr. 2. Winni erzählt die Story von der Nacht und alle lachen sich schlapp, Gesprächsthema Nr. 1 am Frühstückstisch, jetzt wurden sogar die nicht anwesenden beraubt, unglaublich (hammerharte). Die Lust länger zu bleiben ist so minimal, dass sogar nur ein Frühstückstisch aufgebaut wird, und der Tisch so voll gepackt war,  dass man erst mal „umschichten“ musste, um an was dran zu kommen. Harry und Jochen machten schon direkt nach dem Frühstück die Fliege, die anderen guckten noch mal am Hafen und es ging heimwärts.

Diese Tour bleibt bestimmt so manch einem Shanty zu allen Zeiten in Erinnerung.

Es grüßt der Leichtmatrose Moses ( hi hi hi ).