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Von Vegesack nach Paimpol Montag, den 11. August haben wir Rest Zurückgebliebener in Vegesack uns ganz gemütlich nach dem Frühstück auf den Weg gemacht. Franz fuhr nach Hause, Ursel, Herbi, Winni und ich machten uns Richtung Paimpol auf den Weg. Ursel und Herbi wollten einen Tag ausspannen, wir suchten nach einem Plätzchen zum Fliegen, das wir im Jahr zuvor schon mal ausfindig gemacht hatten, fanden wir auch, aber der Wind war zu schwach und so blieb uns nur ein Badetag am Meer. Dafür haben wir etwas für unsere Bildung getan und uns in Arromanches einen Film über die Invasion in der Normandie angesehen. Am Mittwoch Mittag trafen wir fast zeitgleich mit Ursel, Herbi und Andreas, der wieder aus Ippinghausen angereist kam, in Mont St. Michel ein. Wir waren die ersten und fanden ein hübsches Plätzchen für unser WoMo auf einer großen Wiese am Anfang des Dammes, nachdem wir darauf hingewiesen wurden, dass wir wegen möglichen Hochwassers den Hauptparkplatz bis 19.30 verlassen müssten. Andreas und Herbi, die beide kurz hinter uns waren, wurden nicht mehr auf den (fast leeren) Wiesenplatz gelassen. Erst 2 Stunden später wurde dieser wieder geöffnet, mit Einwinkern! Der Platz wurde bis abends noch rappelvoll, und wir tranken das erste 5-liter Fässchen französischen Rotwein. Do, den 14. fuhren wir im Konvoi nach Paimpol weiter. Der WoMo-Platz war voll, die Seitenstraßen auch. Nach einiger Suche fanden wir am Hafen, gegenüber der Schleuseneinfahrteinen Platz. Direkt gegenüber dem Fest und dem Riesenrad. Auch hier kamen wieder Aufseher und wir durften nicht als Wagenburg stehen bleiben, sondern mussten uns nebeneinander stellen. Aber was stört uns das. Wir ließen erst mal die Autos stehen und sahen uns auf dem Fest um. Alles war noch in den Vorbereitungen, die Buden wurden gerade bestückt. Bierstände und Fressbuden waren noch zu, die Läden im Ort aber offen, so dass wir uns hier umsahen. Auch versuchten wir noch Karten im Vorverkauf zu bekommen, aber das war leider unmöglich.. Dafür haben wir uns das erste Bier, ein dunkles Stout, schmecken lassen. Zurück bei den WoMo's wurde das zweite Fässchen Wein aufgemacht, die Instrumente rausgeholt und gesungen. Ein paar Notenblätter flogen durch den starken Wind ins Hafenbecken, wir konnten sie dann jeden Morgen bei Ebbe im Schlick liegen sehen, aber rausholen mochten wir sie nicht mehr. Irgendwann kam der Kopf eines Reporters um die Ecke und fragte, ob er ein paar Fotos machen dürfte. Na klar, durfte er, und wir sangen„Jean Francais dü Nantes“, mit gutturalem Akzent, wie es dann in der Zeitung stand. Mittags, als wir ankamen, hatten wir Ebbe und der Vorhafen bestand nur aus Schlick. Einige Schiffe, die hier geankert haben, lagen auf die Seite gekippt fest und mussten auf die nächste Flut warten. Abends dann, als wir sangen, war das Hafenbecken voll und die ersten Schiffe fuhren vor der Schleuse hin und her bis sie eingelassen wurden. Siehe Zeitungsbild. Am nächsten morgen, Freitag, den 15. pünktlich um 11 Uhr begann das Fest mit einem Kanonschlag und die Schiffe hupten. Zeit zum Aufbruch. Auch wir gingen zum Fest, der Weg war nicht lang, vielleicht 500m zu laufen. Der Eintritt war leider teuer, aber das war die ganze Fahrt ja schon. Nun waren die Buden voll und die ersten Gruppen begannen zu spielen. Es marschierten Dudelsackbläser den Hafen entlang und blieben an verschiedenen Standorten stehen, kleinere Gruppen bewegten sich zwischen den Buden, an vielen Punkten wurde musiziert wie in Vegesack, nur anders. Viel anders. Zumeinen war alles konzentriert auf das Hafenbecken, das man umrunden konnte, zum anderen waren überwiegend französische Gruppen da, mit für hier typischer Musik, die in unseren Ohren aber irgendwann langweilig klang. Es gab immer einen Vorsänger, der eine Melodie sang und die gleiche Melodie wurde vom Chor, egal wie groß, einstimmig nachgesungen. Die Lieder hatten unendlich viele Strophen. Mussten sie auch, denn die Leute fasste sich an den Händen, bildeten einen Kreis und fingen an zu tanzen. Manchmal wurde auch das nächste Lied gleich angeschlossen, so dass das Publikum weitertanzen konnte. Beeindruckend auch eine Sängerin, die Moritaten zu einer Drehorgel sang, ab und zu auch zu einem typischen, hübsch verziertem kleinen Knopfakkordeon. Überhaupt scheint hier die Drehorgel sehr beliebt zu sein, man kann die Melodie spielen und gleichzeitig dazu singen. Sogar einen Stand gab es damit mit verschiedenen Modellen. Besonders ist mir ein Duo aufgefallen mit 2 Mädchen, das eine spielte mitreißend das Akkordeon, das andere begleitete genial auf dem Tamburin. Mir war bisher nicht bekannt, dass man auf dem Tamburin „Musik“ machen kann. Interessant war auch eine Mädchenbläserband, die Unterhaltungsmusik gemacht hat, peppig aufgemacht und musikalisch erfrischend anders. Es waren auch große Chöre dabei, einer sogar mit Dirigentin und Klavierbegleitung, aber alle sangen sie diesen Einheitssingsang zum Tanzen. Da der Hafen eher klein ist, waren nicht so viele große Segler da wie damals in Amsterdam. Aber einige alte, zum Teil an die 100 Jahre alte Kähne waren schon dabei, sehr schön erhalten. Auch auf ihnen wurde musiziert. Nach dem Verzehr einer dicken Backkartoffel sind wir erst mal wieder zu unseren Autos zurückgegangen und haben Siesta gemacht. Da kam eine Frau zu uns und gab uns einen Zeitungsausschnitt, auf dem wir zu sehen waren. Wir waren ganz verblüfft, denn damit hatten wir nicht gerechnet. Nun wollten wir natürlich wissen, in welcher Zeitung das Bild war. So sind wir auf unserem nächsten Bummel über das Fest in einen Laden gegangen und haben alle Zeitungen durchgeblättert, die da auslagen. Die Leute haben uns schon ganz komisch angeguckt. Aber wir sind nicht fündig geworden. Wieder auf dem Fest, kamen wir an einem Werbestand für Zeitungen vorbei. Auch da blätterten wir durch und siehe da, da waren wir abgebildet. Die Zeitung war leider nur im Set zu erstehen, mit Mütze, Poster, TV-Programm und eben dieser Zeitung. Also haben wir alle ein Set gekauft und haben nun eine nette Mütze mit Boot. Am Nachmittag haben wir uns von Bierstand zu Bierstand durchgeschlagen. Es gab leckeres Stout oder einfach nur Helles, noch eine Zuckerwatte zum Abschluss für mich und dann zurück zu den WoMo's. Beim Ausklang des Tages mit dem nächsten Fässchen Wein, haben wir dann beschlossen, am nächsten Tag auch zu singen. Es waren so viele schlechte Gruppen dabei, da würden wir auch nicht weiter auffallen, auch wenn wir nur drei Sänger waren. Mitten in der Nacht bekamen wir dann noch einmal einen Zeitungsausschnitt von einem Nachbarn vorbeigebracht. Wir mussten hier doch bekannt sein! Vielleicht auch durch unsere Piratenflaggen? Samstag, 16.8., leider letzter Tag für uns. Wir spielten nach dem Frühstück die Lieder durch, die wir singen wollten, nur deutsche natürlich, dann machten wir uns auf den Weg. Es wurde überall gesungen, und eine Gruppe Dudelsackbläser marschierte wieder über den Platz. Wir wussten nicht recht, wo wir singen sollten. Wir waren fast einmal um den Hafen gelaufen, da fanden wir einen leeren Bierpilz und keine Musik in der Nähe. Dort stellten wir uns hin, holten für alle ein Bier und legten los. Es blieben Leute stehen, mehr, viel mehr als in Vegesack. Ein holländisches Pärchen holte seine Stühle raus und hörte uns die ganze Zeit zu. Es hat nicht alles hundertprozentig geklappt, aber das Meiste doch, und selbst mit den 3 Stimmen und meinem Stimmchen waren wir singfähig. Wir waren stolz auf uns und gönnten uns dafür noch ein Bier und eine Schweinshaxe. Die Hanging Jonnys trafen wir dann auch noch. Und auch sie sangen mit drei Mann vor begeistertem Publikum. Nach unserem Auftritt brachten wir die Instrumente zurück und legten erst mal wieder eine Mittagspause ein .Auch musste Bobby zwischendurch mal raus, da sie die übrige Zeit im Auto bleiben musste. Zurück auf dem Fest fing es an zu regnen, aber nicht lange, so dass man bald wieder ohne Kapuze am Bierpilz stehen konnte. Noch ein Bier und noch ein Bier und zurück am WoMo-Platz noch einen Wein, dann war das Fest für uns vorbei. Am Sonntag morgen fuhr Andreas weiter Richtung Irland, Ursel und Herbi hatten auch noch eine Woche Urlaub vor sich, nur wir, wir fuhren non Stopp zurück nach Ippinghausen. Susi |
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